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Navidad 2025 - Weihnachten und doch anders

Costa Rica erleben: Der ultimative Reise- und Auswandererblog!
Veröffentlicht von costarica24.de in LEBEN · Freitag 12 Dez 2025 · Lesezeit 7:30
Tags: Weihnachten
Der Dezember markiert hier nicht nur die kommenden Feiertage, auch wechselt nun das Wetter von bisher unbeständig und oft Regen in die trockenere Zeit. Tagsüber im Hochland erleben wir nun angenehme Sommertemperaturen, immer weniger Regenfälle und oft stahlblauer Himmel. Nachts kühlen die Temperaturen ab und je nachdem wo man wohnt ist ein langes Hemd und eine Jacke durchaus angemessen. An den Stränden am Pazifik und Karibik klettern die Temperaturen leicht auf mehr als 35 Grad. Dort ist dann immer ein wettertechnisches Kontrastprogramm für den Stadtbewohner und Touristen geboten. Damit beginnt auch in Costa Rica die klassische Touristenzeit, die dem Land Millionen Besucher ins Land hineinspült. Gerade kamen Freunde aus Deutschland zurück und berichteten über ausgebuchte Flugzeuge.

Weihnachten ist in Costa Rica, dem kleinen mittamerikanischen Land, für Viele eine große Erwartung. Bescherung ist hier üblicherweise erst am 25.12. und das ist ein Tag der allen heilig ist.

Freunde besuchen sich, Familien treffen sich, man backt und isst an langen Tischen in den vielen guten Restaurants ist alles bereit für eine schöne Zeit. Bis dahin nutzt man die Zeit für den Plausch und seine täglichen Verrichtungen.
In den nun kommenden wenigen Urlaubstagen strömen die Einwohner auch an die unendlichen Strände um dort ihre kurze Urlaubszeit zu verbringen. Die Urlaubszeit endet für die Meisten übrigens bereits nach nur einer Woche. Chaos herrscht dann auf den Straßen, denn die automobile Mobilisierung hat hier enorm zugenommen. Wir passen uns an und und haben den Strandurlaub deshalb wie immer in die ruhige Vorweihnachtszeit vorgelegt. und werden auch erst wieder dorthin gehen, wenn der ganze Spuk vorbei ist.

Dezember ist auch hier eine typische Konsumzeit mit Tand und Trödel. Es gab oder gibt für die Beschäftigten Weihnachtsgeld, die Beamten und Co. sind dabei große Nutznießer. Aber ist das nicht überall so?





Dieser Tage fragte mich aus Deutschland eine Bekannte, "wie denn das so in dieser Zeit mit dem Weihnachten hier so wäre". Na ja, in diesen Ländern, antwortete ich ihr, ist Weihnachten und der Dezember eine traditionelle Zeit, die keine pöbelhafte Gesänge und Demos für irgendwas auf Weihnachtsmärkten kennt noch sind Messerstecher und Kulturfremde oder ähnliches unterwegs. Die kulturelle Überfremdung ist nicht wahrnehmbar und das schätze ich nach so langer Zeit sehr an diesem Kontinent. und diesem Land. Wir haben hier zwar alle Nationen, aber sie benehmen sich wie sich das gehört und respektieren die Sitten und Gebräuche.


Zahlreiche kleine und große Weihnachtsmärkte findet man im Land, wie z.B. in unserer Nachbarschaft. Hier haben Frauen ihren alljährlich stattfinden Markt auf der Avenida Escazu hübsch organisiert und es gibt zu Essen, zu trinken und zu kaufen.

Freunde bieten dort wie jedes Jahr ihr leckeres deutsches Gebäck und den obligatorischen Glühwein an. Daneben gibt es die typische deutsche Bratwurst, den Kartoffelsalat und das Sauerkraut übrigens aus der Küche einer Costa Ricanerin. Gott sei Dank  findet hier eine kulturelle Aneignung statt und den Ticos schmeckt es.

Zahlreiche Menschen besuchen (auch) diesen gut weihnachtlich beleuchteten Markt wie man sieht.








In den urbanen Stadtgebieten wie hier strömen am Abend die Familien an diese Plätze und unbeschwertes Gefühl ist in allem. Ja, das ist Kommerz. Ja, hier verkaufen gewerbliche Anbieter ihre Waren. Doch es ist eben auch ein Stück Weihnachten, nur anders und eben unbeschwert von allem, was man in vielen deutschen Gefilden nicht mehr findet.












Die deutsche Kirche in San Jose bot ein Weihnachtskonzert und einen alljährlichen Weihnachtsmarkt. Ein Treffpunkt für die Wenigen und (leider) meist Alten, die an der Kirche hängen. Auch diese Gemeinde hat sich stark verkleinert und wird im Übrigen von wenigen deutschen Familien noch finanziell über Wasser gehalten.

Doch es tut sich auch sonst was in der Stadt:
Im Teatro Nacional, das wir immer wieder sehr gerne besuchen, spielt das Nationalorchester im Dezember seine letzten Konzerte des Jahres mit klassischer Musik. Selbst wenn man kein ausgesprochener Fan klassischer Musik ist: hier lebt noch ein Stück deutsche Kultur durch die Musik und viele Ticos haben einen Sinn dafür. Wir sind jedes Mal erstaunt, wie viele junge Menschen bis hin zu Kindern in dem gut besuchten Haus diese Konzerte lauschen und nicht selten minutenlang applaudieren.























Ein ganz typische Event findet in der Hauptstadt San Jose am 13.12. statt: das Festival de la Luz. Es zieht gewaltige Menschenmassen an und ist mittlerweile wie der Karneval in Rio quasi die costaricanische Antwort auf gute Stimmung in der Weihnachtszeit. Es ist ein gewaltiges Spektakel der Freude und bietet dem Besucher eine schöne Unterhaltung durch Motivee und musikalischer, traditioneller Musik. Bereits morgens haben sich die Ersten an der langen Straße einen Platz gesichert und nicht selten sind auch die Kleinsten mit dabei.














Zwischen Weihnachten und Januar genießt man besser in der urbanen Zone die relative Ruhe der Stadt in der wir seit langem leben. Und das Schöne: alle wichtigen Geschäfte sind auch normal geöffnet, immer und überall, sodass man auch einmal das eine oder Andere ausprobieren kann und nicht in Hektik vor verschlossener Tür steht. Alle sind auch ein bisschen entspannter und das Personal weder genervt noch unwillig.

Sorgen und Nöte über Krieg oder gar einen wirtschaftlichen Zusammenbruch? Weit gefehlt. Derzeit markiert zudem die Landeswährung ein Allzeithoch im Vergleich zum Dollar. Die Umsätze im Handel und Tourismus "brummen" im Dezember und überall sieht man ehrgeizige Immobilienprojekte in die Höhe schießen und auch bei uns werden große Wirtschaftszonen ausgebaut. Gerade wurde "um die Ecke" erneut eine sehr schönen Wohnanlage bezugsfertig. Wir staunen nur noch über die Geschwindigkeit in der sich alles nach vorn bewegt.

Und doch: es ist immer eine Prise Gelassenheit in allem dabei.

Apropos Geschwindigkeit:
Meine Frau wollte aus Sorge eine Untersuchung ihrer Augen in der vergangenen Woche machen lassen. Dies war im Handumdrehen, bei einer Fachärztin im nahen medizinischen Zentrum völlig entspannt erledigt. Und dazu mit professioneller Diagnostik. Wie lange wartet man dazu derzeit in Deutschland?

Das kleine mittelamerikanische Land ist halt eingebettet in Länder, die ebenfalls nach vorne blicken: Arbeitskräfte werden gesucht, der Handel boomt, Europa ist das Ziel Lateinamerikas. Nicht umgekehrt. Als Fluchtpunkt dient Costa Rica für Alle, die den Zusammenbruch einstiger geachteter europäischer Nationen unter südlicher Sonne und mit Entspannung und einem großen Meer als Trennlinie entgehen wollen und auch werden. Wer klug handelt, rettet ja nicht nur sein Geld, sondern auch seine knapp bemessene Lebenszeit, die man hier ganz gut verbringen kann. Und sollte es nur eine Zeitspanne sein.

Wenn man wie wir vor einiger Zeit nach Panama-Stadt zu einem Urlaub in die dortige Altstadt hinüber geflogen ist, wundert sich über die vollen Flugzeuge und das pralle Leben. Panama, der große Bruder Costa Ricas, leuchtet mit finanzieller Strahlkraft in die Zukunft. In diesen Tagen besucht der costaricanische Präsident Chaves El Salvador mit seinem charmanten Präsidenten Bukele, der hier zu Lande viel Sympathien genießt. Auch hier ist die brüderliche, patriotische Verbundenheit auf dem Kontinent offensichtlich und der Kampf gegen Kriminalität und das steile Wirtschaftswachstum in El Salvador konnten nur durch einen Patrioten wie Bukele und vor allem mit dem Militär im Inneren umgesetzt werden. Costa Rica schließt sich nun offiziell Global Entry an, dem Programm der USA, das die Einreise für zuvor genehmigte Reisende mit einem gültigen US-Visum beschleunigt. So ist es eben, wenn man national denkt und handelt und nicht europäische Schwachköpfe und deutsche Marionetten an der politischen Spitze hat.

Das deutsche Reiseprogramm: der noch amtierende deutsche Botschafter in Costa Rica empfing diese Woche eine Mission der Deutschen Entwicklungsbank KfW. Meiner Ansicht nach eine der unzähligen steuerfinanzierten und unnützen Lustreisen.

Diese und andere Nachrichten verfolgen einen auch hier täglich und es tut ein bisschen weh, von der zunehmend unkontrollierten Situation in Deutschland von hier aus zu hören und zu sehen. Doch wer wie wir die Coronazeit früher im Gulag Deutschland erlebt hat. schätzt um so mehr die tägliche Freiheit in so vielen Dingen, die uns hier begegnen. Es ist zwar alles Gold, was hier glänzt, aber es fühlt sich verdammt gut an. Weder schwer bewaffnete Ordnungshüter noch Poller, die Terroristen von einer Todesfahrt abhalten sollen. In den zahlreichen kleinen und großen Veranstaltungen tummeln sich die Kinder mit ihren Eltern und alles lacht und ist unbeschwert. Wo feiert man denn dann besser Weihnachten als fern des deutschen Wahnsinns, den mittlerweile die Meisten dort auch gar nicht mehr wahrnehmen?



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