Ärztliche Versorgung in Costa Rica - das sollte man wissen
La Caja Costarricense de Seguro Social (CCSS) blickt auf eine lange Historie zurück. Sie wurde bereits am 1.11.1941 gegründet und sollte die Menschen vor den finanziellen Folgen einer Krankheit schützen und auch dafür sorgen, dass sie im Alter eine Rente erhalten. Damit machte das winzige Land Costa Rica einen gewaltigen Schritt in Richtung Gesundheit. Noch heute könnte man diese Struktur als Blaupause auch für das meines Erachtens zu Unrecht gelobte deutsche Krankenkassensystem nehmen, denn die medizinische Versorgung wurde in der Fläche zu den Menschen gebracht und damit nicht Spielball der Politik. Damit übernahm die CAJA eine wichtige Funktion, die er bis heute hat und die von keiner Regierung jemals gekippt wurde.
Die Idee der flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung im Krankheitsfall mit medizinischen, dezentralen Zentren (EBAIS) könnte man sogar noch heute als revolutionär bezeichnen. Diese Zentren sind mit dem Notwendigsten ausgestattet und ein kleines Team an Medizinern ist dort Ansprechpartner. Ebenso wird notwendige Medizin dort verabreicht und schnelle Hilfe ist (fast) für jeden möglich. Kostenlos. Für weitergehendes bestehen eigene Kliniken, die in allen Fachbereiche der Medizin arbeiten.
Die politische Selbständigkeit der CAJA bietet aber auch Entscheidungen außerhalb des vernünftigen Rahmens. Dieser behördenähnliche Apparat gilt schon lange als höchst ineffizient und wird mit Korruption und Geldverschwendung medial fast ständig in Zusammenhang gebracht. Und wie es bei einer staatlichen Behörde eben ist, herrschen auch hier Zustände, die nicht immer das Wohl der Menschen im Auge haben.
Was man wissen sollte: wer als Arzt in Costa Rica arbeiten will, durchläuft eine vergleichsweise harte Ausbildung nach seinem Studium (UCIMED). Diese beinhaltet für Jeden die praktische Arbeit vor Ort in den Einrichtungen der EBAIS. Egal welche Fachrichtung er später einmal anstrebt. Jeder Arzt ist auch streng registriert.
Was man wissen sollte: wer als Arzt in Costa Rica arbeiten will, durchläuft eine vergleichsweise harte Ausbildung nach seinem Studium (UCIMED). Diese beinhaltet für Jeden die praktische Arbeit vor Ort in den Einrichtungen der EBAIS. Egal welche Fachrichtung er später einmal anstrebt. Jeder Arzt ist auch streng registriert.
Ausländische Ärzte, die in Costa Rica arbeiten wollen, haben es deshalb schwer, da ihre berufliche Qualifikation (soweit mir bekannt) in Costa Rica nicht einfach anerkannt wird und er tatsächlich nochmals studieren muss. Allerdings kann er dafür Ausländer behandeln.
Eine gefüllte Kreditkarte wirkt Wunder. Deshalb besteht neben der staatlichen auch eine nicht minder breite Versorgung mit privaten Einrichtungen.
Ist nun die ärztliche Basisversorgung am Ende wirklich ausreichend? Vorneweg: wer auf dem flachen Land lebt, muss sich nicht wundern: wie in vielen Ländern dieser Erde entscheidet der Wohnort über eine schnelle und meist alternative, gute Versorgung.
Beispiele:
Hier stehen dem Patient alle Fachrichtungen offen. Inklusive Telemedizin! Zahlreiche stark rabattierte Angebote können in Anspruch genommen werden. Dies mag für den deutschen Kassenpatient zunächst fremd sein, birgt aber auch Vorteile.
Ein kaum bekannter Fakt: alternative Medizin und allerlei dazu passende Mittelchen haben sich längst ihren Platz neben der Schulmedizin im Land erobert. An vielen Ecken gibt es sogenannte Macrobióticas, in denen naturheilkundliches zu finden ist.
FAZIT
Die medizinische Versorgung in Costa Rica aus der Sicht des Ausländers steht auf festen Beinen und die Angebote zur medizinischen Versorgung nehmen zu. Leider gestattet die staatliche Caja auch bei bester Eigenabsicherung kein Entrinnen aus der Beitragspflicht. Egal wie gut man für sich vorsorgt, man bleibt als Inhaber einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung "in den Fängen" dieser Institution und muss seinen monatlichen Obolus entrichten. Dies ist im nahen Nachbarstaat Panama besser geregelt, da dort eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung nicht zur Zwangsmitgliedschaft führt.
Ausländer mit einer Daueraufenthaltserlaubnis und Angestellte/Arbeiter müssen der Caja beitreten bzw. dort angemeldet werden. Die Entscheidung, dass auch ausländische Residenten in die Caja zu verpflichten wurde erst im letzten Jahrzehnt politisch getroffen. Verständlich hält dies Viele Investoren ab, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen die übrigens nur mit der CAJA zusammen fortgeführt werden kann. Die Beitragserhebung zur CAJA ist zudem eines der größten Übel: setzt man nicht selten (auch und gerade bei Ausländern) unverhältnismässig hohe Zwangsbeiträge fest. So kann man leicht mehrere Hundert Dollar pro Monat an Beitrag entrichten, wenn die Willkür des Sachbearbeiters sein ausländisches Einkommen einbezieht. Und auch Unternehmer beklagen sich über Willkür und Vorschriften. Hier muss die Politik dringend einen neuen Rahmen finden.
Allerdings muss man die Grundidee der CAJA dazu verstehen und sie hat für bestimmte Kreise viele Vorteile. So begrüßen zum Beispiel US-Amerikaner oder Kanadier diese Basisversorgung, denn wer aus dem amerikanischen Sozialsystem mit schmaler Rente nach Costa Rica übersiedelt, profitiert von dem meist in der Nähe liegenden medizinischen Versorgungszentrum und einer weitgehend kostenfreien Hilfe. Auch wenn diese eben das bekannte Risiko birgt, ist dies allemal besser als in den USA oder Kanada.
Ist nun die ärztliche Basisversorgung am Ende wirklich ausreichend? Vorneweg: wer auf dem flachen Land lebt, muss sich nicht wundern: wie in vielen Ländern dieser Erde entscheidet der Wohnort über eine schnelle und meist alternative, gute Versorgung.
Es wird dazu sehr unterschiedliches berichtet. Ärzte, die in der CAJA arbeiten sind nicht selten "Arzt nach Dienst" und damit unterliegt man als Betroffener je nach Krankheit auch einer Willkür vor Ort. Doch diese Situation zeichnet sich ja auch längst in Europa und Deutschland ab. Man kann also nicht davon ausgehen, dort immer die bestmögliche medizinische Behandlung zu erhalten. Mir wurde berichtet, dass jemand ins staatliche Krankenhaus wegen einer ernsthaften anstehenden Operation musste und tagelang im Bett sich selbst überlassen wurde. Auch wurden dringende Operationen unvermittelt abgesagt und Termine für Diagnostik können sich weit in die Zukunft verlegen. Dies hat Folgen für die Betroffenen und kann nicht schöngeredet werden.
Wer aus Deutschland kommend im bisherigen deutschen Vollkaskostaat lebte, mag dieses System zunächst schlecht finden, doch der "normale" Patient kann auf Kosten der Caja kostenlos sich behandeln lassen und erhält im Einzelfall auch eine kostspielige medizinische Versorgung. Ich kenne eine ältere deutsche Dame, die in Costa Rica nach kürzlicher Übersiedlung derzeit sehr hohe Kosten für ihre Augenbehandlung für die CAJA produziert und dafür nur ein paar Dollar Beitrag bezahlt.
Die Möglichkeit, sich privatärztlich abzusichern sollte auch in Betracht gezogen werden. Das bedeutet konkret, entsprechend Erspartes immer zur Verfügung zu halten oder eben eine Versicherungslösung zu treffen. So bietet z.B. die (halb)staatliche Versicherung INS oder auch (ausländische) Anbieter wie MAPFRE entsprechende Private (Kranken)Versicherungen an. Private Kliniken bieten z.B. eigene Pläne an um ihre zukünftigen Kunden an sich anzubinden. So erhält man bei diesen z.B. Rabatte oder kann sich jährlich kostenfrei medizinisch durchchecken lassen.
Beispiele:
Gesundheit ist eben unter dem Strich ein Geschäft.
Ein beliebter Dienst. Hier findet man ein breites Angebot an Diagnostik und Versorgung. Viele Versicherungen arbeiten auch mit Blue Medical als Dienstleister zusammen. Auch Blue Medical ist im Wesentlichen im Centraltal mit Kliniken zu finden.
Und wer sich mit dieser Thematik als Auswanderer rechtzeitig auseinandersetzt und für sich vorher vorsorgt, dem stehen hier Möglichkeiten offen, die keinesfalls eine schlechtere Versorgung als in Europa bieten.
Apropos Privat: wer sich mit eigenem Geld eine private Behandlung "gönnt" (nicht selten bei demselben Arzt, der auch in einer staatlichen Klinik arbeitet) wird schnell positiv überrascht. Kein Wunder: im Gegensatz zum regulierten Deutschland zählt hier der Bessere am Markt. Wer eine Praxis gründet, steht im hohen finanziellen Risiko. Die Kosten für eine medinische Versorgung sind wie Vieles hier zwar Verhandlungssache, aber in einer Privatklinik oder einer privaten Praxis findet man trotzdem nicht selten eine Praxisausstattung, die dem einer modernen Arztpraxis oder modernen Klinik in Industrieländern nicht nachsteht. Im Gegenteil.
Costa Rica wirbt natürlich auch mit seinen medizinischen Leistungen im Ausland aufgrund seiner Nähe zu den USA/Kanada, die nur wenige Flugstunden entfernt sind. Dies ist positiv zu sehen, denn ohne entsprechendes ärztliches Niveau würde man dieses Klientel gar nicht so zahlreich anlocken können. Viele Ärzte in Costa Rica studier(t)en deshalb in namhaften ausländischen Kliniken, bilden sich dort fort und investieren fortlaufend in ihre technische Ausstattung. Von meinem Zahnarzt weiß ich, dass selbst eine Fortbildung in Norwegen für ihn selbstverständlich war und Implantate von Straumann und Co. kommen.
Und trotzdem sind beispielsweise Kosten für Zahnersatz erheblich günstiger als z.B. in Deutschland. Bei bester Qualität. Und einem viel effizienteren Ablauf. Man stellt auch schnell fest, dass Freundlichkeit und Service beim Personal einen festen Platz haben. Hilfsmittel wie Brillen sind hier in bester Ausführung zu bekommen. Vergleichsweise teuer dagegen sind Pillen und Medikamente, da sie meistens importiert werden.
Und nachdem ich hier selbst "Kenner" und Nutzer der privatzahnärztlichen Versorgung seit langem bin, steht für mich fest, dass ein zahnärztlicher Besuch in Deutschland völlig überflüssig ist. Angefangen von der einfachen Terminvergabe bis hin "zum kleinen Plausch danach": auf das deutschen System kann ich heute gerne verzichten, da hier einfach die bessere Arbeit geleistet wird. Dasselbe bei der Brille, die ich hartnäckig bislang in der alten Heimat fertigen lies. Mittlerweile bieten schicke Optikerketten modernste Vermessung und beste Qualität zu einem vergleichbaren Preis obwohl man (wie in meinem Fall) die Gläser in Europa fertigen lässt. Ein Freund musste sich einer hochkomplizierten Operation wegen diverser Bandscheibenvorfälle ungeplant und schnell unterziehen. Diese Art der Operation gilt (auch in Deutschland) als Königsklasse der Chirurgie. Und der ihn operierende Arzt machte seinen Job mit vollem Erfolg und lobte die Professionalität. Ende gut, alles gut.
Ein kaum bekannter Fakt: alternative Medizin und allerlei dazu passende Mittelchen haben sich längst ihren Platz neben der Schulmedizin im Land erobert. An vielen Ecken gibt es sogenannte Macrobióticas, in denen naturheilkundliches zu finden ist.
FAZIT
Die medizinische Versorgung in Costa Rica aus der Sicht des Ausländers steht auf festen Beinen und die Angebote zur medizinischen Versorgung nehmen zu. Leider gestattet die staatliche Caja auch bei bester Eigenabsicherung kein Entrinnen aus der Beitragspflicht. Egal wie gut man für sich vorsorgt, man bleibt als Inhaber einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung "in den Fängen" dieser Institution und muss seinen monatlichen Obolus entrichten. Dies ist im nahen Nachbarstaat Panama besser geregelt, da dort eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung nicht zur Zwangsmitgliedschaft führt.
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