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CORONAVIRUS 15.03.

Costa Rica - Reiseblog - Reisetipps
Veröffentlicht von costarica24.de in Coronavirus · 15 März 2020
Tags: Coronavirus
Wir befinden uns heute am Anfang des Ausbruchs in Costa Rica.
Grund genug, ein kurzes Fazit zu geben, das morgen oder in den nächsten Tagen bereits Geschichte ist. Zunächst das Schöne: die Menschen reagieren auf die Nachrichten erstaunlich gelassen.
Zwar werden im Supermarkt die Griffe der Einkaufswagen sorgfältig abgewischt und in den Geschäften stehen überall Desinfektionsspender herum, aber von Panik keine Spur.
Auch sind die Einkaufsmärkte gut sortiert und Toilettenpapier und Co. gibt es reichlich. Heute morgen auf dem lokalen Bauernmarkt herrschte Ruhe und die Menschen kauften ohne Hektik ihr Obst und Gemüse in normalen Portionen.
Alles wie gehabt. Die Menschen wissen es. Kein Grund auszuflippen.
Die Regierung hat mittlerweile einen Kristenstab eingerichtet und informiert Alle (auch über das Handy) über die aktuellen Empfehlungen/Maßnahmen, die durchaus Hand und Fuß haben: die öffentlichen Bediensteten wurden nach Hause geschickt, man hat den Lokalen und Restaurants eine Richtlinie zur maximalen Gästezahl gegeben und alle (öffentlichen) Veranstaltungen sind abgesagt. Kindergärten sowie Schulen sind geschlossen.
Ärzte und alle Kliniken sind mobilisiert und man bezeichnet die flächendeckende Gesundheitsversorgung mit ihren Ärzten und dem medizinischen Personal als "die Armee des Landes". Das ist nun mal eine Ansage.
Costa Rica hat bis jetzt nur 4 Fälle in klinischem Aufenthalt bisher einige Hundert positiv getestete Fälle.
Ab Montag sind in den landesweiten Kliniken die Tests auch für jeden möglich und man hat auch schon genügend mehr Betten zur Verfügung.
Die Post "verteilt" nun speziellen Alkohol zur Desinfektion an die Menschen (Link).
Es wurde eine extra Telefonlinie (unabhängig der Notfallnummer) für die Bürger (und alle, die spanisch können) zum Thema Coronavirus eingerichtet.
Und der Tourismus?
Der ist quasi zusammengebrochen, denn viele Tausende Reisestornierungen allein aus USA und Kanada treffen mit die wichtigste Einnahmequelle des Landes. Sicher ist eine Reise hierher für Viele ein Wagnis.
Die große politische Devise in Costa Rica lautet: wir versuchen den Kampf gegen das Virus und wollen die Aussengrenzen im Gegensatz zu den Nachbarländern solange wie möglich offen halten.
Dazu wird Jeder aufgefordert, soziale Kontakte zu reduzieren, Einsicht zu üben und sich nach den dafür geltenden Richtlinien zu verhalten.
Händewaschen und Abstand zu Menschen sind Gebot der Stunde. Auch der Verkehr hat sich dramatisch reduziert.
Soeben hat der Präsident ein Hilfspaket für seine lahmende Industrie beschlossen sowie steuerliche Erleichterungen.
Die Nationalbank pumpt erhebliche Summen ins System.
Ach ja:
Und was macht Deutschland eigentlich für seine Bürger im Ausland?
Die deutsche Botschaft in Costa Rica hat bislang an ihre gemeldeten Deutschen nicht eine einzige (!!) Information dazu herausgegeben. Eine vom Steuerzahler unterhaltene Botschaft sollte sich dazu eigentlich schämen.
Und wir?
Auch wir haben nun reagiert und werden wehmütig vorzeitig nach Deutschland fliegen und dort "ausharren".
Fazit
Sollten die Maßnahmen zur Gesundheitsversorgung der Menschen hier besser greifen als in Deutschland, kehren wir zurück und werden sicher in Zukunft eine andere Haltung haben. Doch es gibt noch Vieles, was in der Krise nicht gut läuft. So zieht der staatliche Wasserversorger seit Wochen ein Rationierungsprogramm durch, das viele Tage in der Woche für lange Zeit kein Wasser in die Haushalte mehr befördert. Über 300.000 Bürger im Zentraltal sind davon betroffen.

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